In deiner Aufstellung begegnest du deinen Themen aus einer völlig neuen Perspektive. Die Aufstellung macht es möglich, dass du wie von Aussen schaust, wie sich dein Thema im Raum entfaltet.
Dadurch, dass du das mit allen Sinnen wahrnimmst (das ist der grosse Unterschied zu einem Gespräch, das auf den Verstand begrenzt bleibt), kommst du ins Spüren und fühlen. Dein ganzer Körper ist mit dabei, deine Zellen nehmen das auf, was passiert.
Und ich erlebe das oft anhand der Rückmeldungen der Teilnehmer, dass dann die neue Sichtweise auf das Thema eben nicht aus dem Kopf kommt, sondern aus einer ganzheitlichen Verarbeitung dessen, was du in der Aufstellung sehen durftest.
Raum für deinen Schmerz.
Raum für deine Angst.
Raum für deine Lebendigkeit.
Raum für deine Freude.
Raum für deine Wut.
Raum für neue Landkarten deiner Gefühle.
Es beginnt damit, dass du mit mir dein Anliegen besprichst. Dann schauen wir, welche Stellvertreter es für die Anfangskonstellation braucht. Der jeweilige Stellvertreter wird informiert, für wen er in der Aufstellung steht. Mehr Informationen braucht es nicht, damit eine Aufstellung beginnen kann.
Die Stellvertreter dürfen sich frei im Raum bewegen.
Ich begleite dich und den Prozess der Aufstellung. Die Stellvertreter werden regelmäßig gefragt, wie sie sich fühlen, wie sie sich mit den anderen Repräsentanten fühlen, ob sie etwas verändern möchten, etc.
Durch Impulse von mir, dir oder Anderen im Raum wird sehr oft eine Veränderung der Stellung der Personen im Raum zueinander bewirkt. Dies hat wiederum Auswirkungen auf die Körperempfindungen und Gefühle der Stellvertreter.
Dadurch, dass sie frei äußern können, was sie fühlen und empfinden, kommt eine innere Dynamik in Gang. Auch bei dir als Aufstellendem können starke Gefühle hochkommen. Im späteren Verlauf einer Aufstellung kann es sein, dass du den Platz deines Stellvertreters einnimmst, um direkter zu spüren, wie die Situation auf dich wirkt. Oft kommen dann lösende Impulse zum Vorschein.
Grundsätzlich können alle Themen aufgestellt werden, es ist nicht begrenzt auf familiäre Konstellationen. Du könntest ein berufliches Thema aufstellen, eine Krankheit, ein Lebensthema. Ein Grundprinzip der Freien Aufstellungen ist auch, dass du als Aufstellender „Chef“ deiner Aufstellung bist und bleibst. Du entscheidest, welchen meiner Impulse du folgen möchtest und welchen nicht. Es gibt keine allwissende Instanz, sondern wir folgender kreativen Fährte, die sich ganz individuell bei jeder Aufstellung zeigen mag.
Das Schöne an der Methode ist, dass sich durch den Zugriff auf ein weiteres Informationsfeld Zugriff auf Sichtweisen ergeben können, welche unserem relativ engen bewussten „Denken“ verborgen bleiben. Selbst wenn Menschen nicht an die Wirksamkeit der Methode glauben, ist es nutzbar für sie, um einen anderen Blickwinkel einzunehmen.
Wenn bei dir alte Themen hochkommen, die du lange unter Verschluss gehalten hast, kann es sein, dass du intensiv träumen wirst oder sich körperliche Symptome zeigen. Eventuell kann es sein, dass du zur Nachbearbeitung therapeutische Unterstützung suchen wirst. Aus meiner Sicht kommt bei behutsamem Vorgehen in der Aufstellung immer nur so viel zum Vorschein, wie dein System gerade verarbeiten kann.
Ich achte darauf, dass wir nach den Aufstellungen noch Zeit zur Integration haben. Es kann sinnvoll sein, dass du dir am nächsten Tag sehr wenig vornimmst, um genügend Zeit für die Verarbeitung zu schaffen. In unserer Gesellschaft haben intensive Gefühlsprozesse immer noch wenig Raum, deshalb ist diese Arbeit am Anfang wie das Betreten von Neuland.
Es braucht Zeit, bis die alten Landkarten unserer inneren Orientierung und unser Nervensystem sich an mögliche neue Landkarten herantrauen.
Mir persönlich macht die Arbeit mit den Freien Aufstellungen sehr viel Freude, da sie es möglich macht, an innere Themen trotz der oft damit verbundenen Schwere mit Kreativität und einem offenen Forschergeist heranzugehen.
Und du forschst nicht alleine, immer wird der eigene Prozess auch durch die Gruppe mitgetragen.
Die Methode des Freie Aufstellens habe ich bei Olaf Jacobsen in den Jahren 2016 bis 2019 gelernt (www.in-resonanz.net).
Wenn es dich interessiert, mit 3 Stellvertretern nur auf dein eigenes bisheriges Leben zu schauen, leite ich auch Aufstellungen in Anlehnung an die von Wilfried Nelles entwickelte Methode des Lebensintegrationsprozesses (LIP) an.
Dabei wird mit Bodenankern gearbeitet. Du selbst stehst als erwachsener Mensch an der 4, dein Stellvertreter für deinen jugendlichen Anteil steht an der 3, dein Stellvertreter für dein Kind an der 2 und dein Ungeborenes an der 1.
Dann folgt ein Austausch zwischen 1 und 4, 2 und 4, und schliesslich 3 und 4.
Es ist oftmals sehr berührend, welche Botschaften die eigenen früheren Anteile an den Erwachsenen haben. Und wenn es dazu kommt, dass der Erwachsene das sehen, spüren und annehmen kann, was seine früheren Anteile für ihn getragen, bewältigt und gelebt haben, damit er heute an seinem Platz stehen kann, dann kann sich eine grosse Entspannung, Freude und Berührtheit ausbreiten im Raum.
Ist etwas, was du erfährst. Es ist nichts, was irgend jemand für dich tun muss oder dir schuldet.